Die Waldorfbewegung und der Waldorfkindergarten Sindelfingen

1918 – 1919
Bewegung der sozialen Dreigliederung (Dreigliederungsbewegung)
Am 23. April 1919 spricht Rudolf Steiner vor der Belegschaft der Waldorf Astoria Fabrik.
Daraufhin setzen sich E. Molt, H. Hahn und K. Stockmeyer zusammen und gründen unter dem Namen Freie Waldorfschule eine Gesamtschule, die für alle Klassen der Gesellschaft offen sein sollte.

Rudolf Steiner war es von Anfang an wichtig, dass die Vorschulzeit der Kinder als eigenständige Lebensstufe angesehen wird. Nach dem Besuch eines Unterrichts hat er immer wieder ausgerufen: „Kindergärten brauchen wir!“ Daraufhin wurde Frau Elisabeth Grunelius (Kindergärtnerin) in das Kollegium berufen.

1926
Nach dem Tod von Rudolf Steiner gründete Elisabeth Grunelius den ersten Waldorfkindergarten, der ganz in die Stuttgarter Waldorfschule eingegliedert war. Während des 2. Weltkrieges waren, bedingt durch den Nationalsozialismus, alle Waldorfeinrichtungen verboten.

1938
Elisabeth Grunelius wanderte nach Pennsylvania aus und setzte dort ihre Arbeit fort, indem sie den Kindergarten Kimperton Farm gründete. In Stuttgart führte Frau Ruth Elsässer den Kindergarten bis zu seiner Schließung weiter. Nach dem Krieg kehrte Frau E. Grunelius nach Europa (Dornach) zurück und war bei der Gründung vieler Kindergärten beratend tätig.

1969
Aus politischen Motiven heraus wurde die Vereinigung der Waldorfkindergärten in Erwägung gezogen. Am 19. Oktober wurde die Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. gegründet. Bald darauf wurde sie in die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. umbenannt.

1973
In Sindelfingen bildete sich eine Elterngruppe, die für Ihre Kinder eine Pädagogik suchte, die der Entwicklung des Kindes gerecht wurde und gründete den Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik im Raum Böblingen/Sindelfingen e.V.

1974
Am 28. September wurde der Waldorfkindergarten in Sindelfingen mit der Erzieherin Ruth Elsässer eröffnet. Sein erstes Zuhause fand der Kindergarten im Eichhölzer Täle.

1975
Beginn der sozialpädagogischen Fachschule in Stuttgart, welche die Waldorfpädagogik vermittelt und mit einem Diplom als staatlich anerkannte(r) Erzieher/in abschließt. Die Leitung dieser ersten Fachschule hatte Helmut v. Kügelgen.

1977
Nachdem die Räumlichkeiten bald zu klein wurden, folgte der Umzug in den Pavillon der Königsknoll Schule.

1979
Es wurde eine zweite Gruppe eröffnet. Bis heute sind in Sindelfingen zwei Gruppen mit je 22 Kindern untergebracht.